Eine Forschungsarbeit kann echt und korrekt zitiert sein und trotzdem als aktuelle Evidenz ungeeignet werden, wenn sie nachträglich korrigiert, mit einem Warnhinweis versehen oder zurückgezogen wurde.
1. Die genaue Arbeit identifizieren
Notieren Sie Titel, Autoren, Zeitschrift oder Verlag, Jahr, DOI und gegebenenfalls PubMed-ID. Lösen Sie eine DOI über doi.org auf und vergleichen Sie die bibliografischen Angaben.
2. Aktuelle Verlagsseite und Crossmark prüfen
Suchen Sie nach Correction, Erratum, Expression of Concern, Retraction, Withdrawal oder einer ersetzten Version.
3. Crossref und Retraction-Watch-Daten prüfen
Suchen Sie nach späteren Aktualisierungen. Ein fehlender Treffer in nur einer Datenbank ist kein absoluter Beweis dafür, dass nie eine Änderung erfolgte.
4. Fachspezifische Datenbanken ergänzend nutzen
Bei biomedizinischen Arbeiten kann PubMed zusätzliche Verknüpfungen zu Korrekturen oder Retractions zeigen. Solche Datenbanken ergänzen die aktuelle Verlagsinformation.
5. Den Hinweis selbst lesen
Prüfen Sie, ob nur bibliografische Details korrigiert wurden oder ob Daten, Methoden oder Schlussfolgerungen betroffen sind.
6. Den Status dokumentieren
Verwenden Sie CURRENT, CORRECTED, EXPRESSION OF CONCERN, RETRACTED oder UNRESOLVED und speichern Sie das Prüfdatum.
Kernregel: Die Existenz einer Publikation ist nicht identisch mit ihrem aktuellen Zuverlässigkeitsstatus.
Prüfstand: 2026-09-27
Verwandte Beiträge
- So prüfen Sie in 6 Schritten, ob eine KI-Quelle wirklich existiert
- KI-Antworten vor dem Vertrauen in 5 Schritten überprüfen