Wenn ein Bild verdächtig wirkt, ist die Frage „Sieht es KI-generiert aus?“ kein guter erster Test. Besser ist: Lässt sich nachvollziehen, woher die Datei stammt und was mit ihr gemacht wurde?
Content Credentials basieren auf dem C2PA-Standard und können kryptografisch geschützte Angaben zu Erstellung, Bearbeitung, Werkzeugen und weiteren Schritten der Medienhistorie enthalten. Sie beweisen jedoch nicht automatisch, dass das dargestellte Ereignis wahr ist.
1. Nach dem Content-Credentials-Hinweis suchen
Wenn eine unterstützte Website oder Anwendung einen Hinweis zeigt, öffnen Sie die verfügbaren Provenienzdaten. Fehlt der Hinweis, ist das kein Beweis für eine Fälschung.
2. Möglichst die Originaldatei prüfen
Verwenden Sie wenn möglich die heruntergeladene Originaldatei und einen offiziellen Verifier. Screenshots oder Plattform-Umwandlungen können Provenienzdaten entfernen.
3. Signierer und erzeugendes Produkt prüfen
Eine technisch gültige Signatur ist nicht automatisch eine vertrauenswürdige Aussage. Prüfen Sie, wer oder welches Produkt die Credentials erstellt hat.
4. Erstellungs- und Bearbeitungshistorie lesen
Achten Sie auf dokumentierte Bearbeitungsschritte, verwendete Werkzeuge und gegebenenfalls Angaben zur Nutzung generativer KI.
5. Fehlende Credentials als unbekannt behandeln
Metadaten können verloren gehen. Ohne überprüfbare Credentials sollte der Status eher „Provenienz nicht festgestellt“ als „gefälscht“ lauten.
6. Provenienz und Wahrheitsgehalt getrennt prüfen
Auch eine sauber dokumentierte Datei kann mit einer falschen Bildunterschrift oder einem falschen Kontext verbreitet werden. Prüfen Sie deshalb Datum, Ort, Originalkontext und unabhängige Belege zusätzlich.
Kernregel: Provenienz hilft bei der Dateihistorie, ersetzt aber keine Faktenprüfung.
Wichtige Quellen
Prüfstand: 2026-09-27